Psychische Abhängigkeiten
durch Computer- und Internetnutzung

Ein Problem auch in Schule und Unterricht

Als ein immer dringlicher werdendes Problem des pädagogischen Jugendschutzes in der Schule erscheint das Phänomen der Verhaltenssüchte, die bei Kindern und Jugendlichen durch exzessiven Computer- und Internetgebrauch entstehen können (Informationen dazu u. a. im Sucht- und Drogenbericht der Bundesregierung der letzten Jahre).

Dabei sind offenbar zwei Ebenen zu unterscheiden:

Einerseits gibt es eine „allgemeine“ Abhängigkeit vom Internet, so wie es auch eine inhaltsunabhängige Abhängigkeit vom Fernsehen gibt, das ständig laufen muss, damit sich der Abhängige wohl fühlt.

Andererseits gibt es Angebote im Internet, die auf spezifische Art abhängig machen. Dass dies bei Computerspielen sein kann, ist seit langem bekannt, da auch andere Spiele süchtig machen können. Dass aber auch „harmlose“ Angebote wie Facebook, WhatsApp, Twitter, Second Life oder Versteigerungen bei Ebay süchtig machen können, ist ein neues Phänomen, das erst seit jüngster Zeit erforscht werden kann.

Der Anteil der derzeit suchtgefährdeten Jungen und Mädchen erscheint vordergründig gering (siehe Zahlen im Sucht- und Drogenbericht 2015). Aufgrund derzeit fehlender und grundsätzlich schwer zu konzipierender (Langzeit-)Forschung wird dieser Anteil in seiner tatsächlichen Dimension auch in Zukunft kaum feststellbar sein. Verhaltenssüchte, die sich in Kindheit und Jugendzeit - also während der Schulzeit - entwickeln, fallen oft erst nach der Schulzeit auf bzw. behindern dann erkennbar den weiteren Lebensweg der Betroffenen.

Für Lehrer und Lehrerinnen ist es prinzipiell schwierig bzw. unmöglich - bis auf extreme Einzelfälle - im Schulalltag unproblematisches von suchtverdächtigem Verhalten bei ihren Schülerinnen und Schülern zu unterscheiden. Deshalb kann Schule nur generalpräventive Maßnahmen ergreifen, um durch die zunehmende Nutzung von Computern und Internet nicht ungewollt mitschuldig zu werden an einer „schleichenden“ Suchtentwicklung oder –manifestierung bei Kindern und Jugendlichen.

Flyer Download